Es grünt so grün - oder eben auch nicht

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Es erstaunt mich immer wieder aufs Neue, wie viele Webseitengestalteriche, Fotobloggerlinge und Softwareklöppler noch nicht einmal in ihrem Leben den Monitor ihres Rechenknechtes kalibriert haben.

Nicht einmal.

Nun mag das bei einem iMac noch halbwegs funktionieren, sind die von Apple mitglieferten Profile oft halbwegs gescheit. Aber auch halbwegs grün ist nicht richtig grün und vor allem ist es immer wieder unglaublich, was manche Menschen einem als grau verkaufen wollen oder an ihrem Arbeitsplatz als grau vorgesetzt bekommen.

Und dann schrauben die dort Webseiten und Interfaces und Icons zusammen. Ich rede hier gar nicht mal von CMYK, RGB, Prepress, Druckereien und solchen Dingen für die man ein Diplom benötigt, um nur einen Bruchteil dessen zu verstehen, was Farbmanagement angeht.

Selbst zwischen einem Mac mit einem halbwegs gescheiten beiliegendem Profil und einem mit frisch und gescheit kalibrierten/erstelltem Profil liegen of Welten.

Und jetzt denke man an einen Windows PC mit Standard Profil und einem zugekauftem Monitor von Benq – oder so.

Mich schüttelt es.

Gescheit kalibriert und profiliert ist fast wie einen neuen Rechner oder Bildschirm kaufen. Natürlich muss nicht jeder Blogger seinen Bildschirm kalibrieren, auch wenn ich keinen kennen, der dies jemals wieder missen möchte und auch gibt es Menschen, die werden den Unterschied nie sehen. Komischerweise sind dies erstaunlich oft die selben, die auch nie verstehen werden, warum man bei seinem Audi das Bose Paket dazu bestellt und nicht die Standard-Lautsprecher (wobei die ja auch gar nicht so schlecht sind).

Zurück zum Thema. Aber Menschen, die ihr Geld damit verdienen, anderen Dinge wie Icons, Bilder, Oberflächen und dergleichen vorsetzen? Die sollten dafür eine Gespür haben.

Und es muss ja auch nicht immer gleich die Luxusausführung sein. Professionelle Lösungen von basICColor gibt es schon für um die 300 Euro und die weitaus günstigeren Spyder-Geschichten von DataColor gibt es ab 100 Euro und deren Vorteil ist, dass sie nicht auf einen Rechenknecht beschränkt sind.

Auch muss man kein Experte sein, um seinen Bildschirm gescheit zu kalibrieren und Entwickler, Gestalter und auch Fotografen müssen nicht auf pissgelbe 5000 Kelvin und einheitliche 120 cd/m2 und 1.8er Gamma runter schrauben. Wir arbeiten schließlich nicht in der Druckvorstufe.

Aber gerade bei kleinen Icons oder Farbverläufen in Oberflächen sollten wir unter guten Bedingungen arbeiten und bei 12×12 Pixel Icons mit einem Gamma-Wert von 2.2 oder gar 2.4 zu Arbeiten halte ich nicht für sinnvoll.

Abgesehen davon ist es auch immer hilfreich mehrere Profile zum Testen zu haben, damit man simulieren kann, wie es denn bei Tante Erna auf dem Medion Netbook aussieht.

Und dann gibt es da noch ein, wenn nicht das Argument für die Anschaffung (oder einfach mal die Ausleihung) eines Profilierungs- und Kalibrierungslösung: purer Egoismus. Ich hocke 10/12/16 Stunden am Tag vor dem Ding, habe Unsummen dafür ausgegeben und dann will ich auch eine optimale Sicht. Schließlich habe ich mir ja auch den Tisch oder Stuhl so ausgewählt, dass er mich beim Arbeiten nicht behindert, sondern mir die bestmögliche Arbeitsumgebung schafft.

Damit ich die bestmögliche Arbeit abliefern kann …

basICColor Webseite
DataColor Webseite

Hier gibt es übrigens den/das Spyder 3 Express am günstigsten.

Zwischenrufe


  • knete

    im norden ist das wort “klöppeln” ein anderer begriff für “wichsen”…



  • Michael

    Der Norden ist groß. Und davon habe ich noch nie gehört. Aber irgendwie passt es. Auch zum Erstellen von Software :-)




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