Kunsträuber

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I Will Wait

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Mumford & Sons – I Will Wait

Spruch der Woche

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Dummheit, verpackt in einen Tweet, ist unbegrenzte Dummheit.

Christof Moser

Banksy. Olympia. Punkt.

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Wie immer schafft es mein heimlicher Held alles in einem grandiosem Bild zu sagen …

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(Quelle)

50 Shades of Idiocy

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Es war mir bis vor kurzem nicht bewusst – aber anscheinend gibt es doch tatsächlich auch das Sommerloch nach Geschlechtern getrennt. Ich kann es nicht beweisen – aber ich habe die Vermutung, dass wir dies auch noch Alice Schwarzer zu verdanken haben. Mich würde es zumindest nicht wundern, wenn sie sich demnächst in der Bildzeitung dazu bekennt.

Und das diesjährige Sommerloch für Frauen wird auf allen Kanälen mit einem schon über 2 Jahre altem Buch (bzw. Büchern) gefüllt. Dem Modern Talking unter den Büchern. Keiner hat es gekauft und trotzdem kann jeder mitreden. Oder meint, dies zumindest zu müssen.

Ich habe übrigens sechs Kassetten von Modern Talking besessen. Ja, Kassetten – aber das ist ein anderes Thema.

Das ist bis hier genau so langweilig, wie all die anderen Dinger mit denen wir so unsere Sommerlöcher stopfen. Womit wir Männer dieses Jahr dran sind, ist mir noch nicht ganz klar – aber ich denke, es hat auch irgend etwas mit dem Stopfen von irgend welchen Löchern zu tun.

Oder wenigstens der Hoffnung, irgendwelche Löcher – na ihr wisst schon.

Der Unterschied ist nur – für uns war es das dann auch. Wir haben entweder ein Loch gestopft oder wenigstens davon träumen können und wenn alles nichts genützt hat, dann haben wir uns wenigstens zu einem drittklassigen Porno einen runter geholt. Dann kann von uns aus der Herbst kommen.

Keiner von uns käme auf die Idee – sich deswegen Gedanken über die eigene Geschlechterrolle machen zu müssen. Oder das dann auch noch in aller Öffentlichkeit tun zu müssen. Oder eher uns antun zu müssen.

Und ihr so? Ihr so mit euerm weiblichen Sommerloch? Ihr habt ein Popcorn-Buch mit ein paar Sexzenen verschlungen und anstatt es zu den anderen zu legen, die ihr sonst so schon gelesen habt und das nächste zu tun, was man so als Frau alles tun kann – da fangt ihr an zu diskutieren – öffentlich zu diskutieren – was das Lesen eines harmlosen Buches mit ein paar Einlagen, die man morgens schon zum Frühstück im Internet weggeklickt hat, mit eurer Rolle als Frau macht.

Ernsthaft?

Das Lesen eines solchen Buches macht mit eurer Rolle nichts. Gar nichts. Dazu ist es nicht verfasst worden – und schon mal gar nicht geeignet. Mal ganz davon abgesehen, dass es jetzt auch nicht so schlecht geschrieben ist, wie sich manche von euch das jetzt reden wollen (OK, ich kenne die deutsche Übersetzung nicht) – ich habe schließlich auch noch keine von euch an den Dialogen von Pretty Woman rumnörgeln hören, oder?

Und diese weichgespülten Kinky-Fuckeries machen mit eurer Rolle auch nichts. Diese aber direkt mit Feminismus zu verbinden – oder der Frage, wie sich das denn in Verbindung bringen lässt – das kann wohl wieder nur euch Frauen passieren.

Was haben denn mehr oder minder feuchte Träume mit meiner Rolle als Mann/Frau oder meiner Rolle in der Gesellschaft zu tun?

Nichts. Und das wisst ihr doch eigentlich auch. Also tut uns den Gefallen und hakt es doch einfach ab.

Das eigentliche Problem ist doch ein ganz anderes. Und das zeigt sich hier auch wieder mal so deutlich.

Der Traum vom Prinzen, dessen Herzen man erobern muss, der Geld und und einen großen Schwanz hat und der einem dann ein paar Kinder macht und ein guter Vater ist.

Schmeißt die paar vorhersehbaren Spielzimmerlangweiligkeiten raus, die komischen Nebenfüllstränge und schwups haben wir wieder das immer wiederkehrende und entscheidende Thema. Dazu braucht man sich eigentlich nicht durch 3.000 Seiten lesen.

Und es ist auch eher ein Dilemma – als ein Problem. Also – ihr macht es zu einem. Und das nicht nur im Sommer. Ihr könnt das zu jeder Jahreszeit.

Aber irgendwie darf Frau da wohl nicht drüber reden. Also werden leichte Kläppse auf Hinterteile vorgeschoben.

Und noch mal – die machen mit eurer Rolle als Frau rein gar nichts.

Geht in eure Schlaf/Spiel/Wasauchimmer Zimmer und treibt, was immer euch gefällt. Das einzige, was das mit euch tut – ist, dass ihr hoffentlich ausgeglichener und glücklicher seid. Wenn nicht, dann macht ihr was falsch dabei. Oder es mit dem oder der Falschen.

Und dann kommt ihr aus euren Zimmern wieder raus und steht verdammt noch mal einfach zu dem, was ihr im Leben wollt.

Und wenn das ein Prinz, hoch zu Ross, mit großem Schwanz und noch größerem Sparstrumpf ist, der euch schwängert und für den ihr dann gerne in der Küche steht und für ihn kocht – dann auf! Schnappt ihn euch!

Tut mir bitte nur einen Gefallen, man kann auch freundlicher und liebevoller zu den Fröschen am Wegrand Nein sagen.

Und wenn ihr Karriere und Kinder und Männer unter einen Hut bringen wollt und vor allem könnt – dann um Himmels Willen: tut es!

Und wenn ihr Popcorn-Bücher in Sommerlöchern lesen wollt, um mal kurz abzuschalten und zu träumen – dann tut es verdammt noch mal ohne hinterher eine lächerliche Diskussion über die Auswirkungen des Spankings auf Alice Schwarzes nicht vorhandene BHs loszutreten.

Wenn das nicht mal Feminismus pur wäre.

Eine Frau ist immer noch am schönsten, wenn sie ungeschminkt und zerzaust morgens neben einem aufwacht und wenn sie schlicht und einfach zu dem steht, was sie will und wovon sie träumt. Wenn sie dann noch in der Lage ist, es sich zu nehmen, dann sind wir Männer doch eh hoffnungslos verloren. Wir haben jetzt schon so oft Pretty Woman und Dirty Dancing mit euch schauen müssen, da wird uns auch kein Groschenroman auf dem Nachtisch (oder im iPad) auf einmal ein anderes Bild von eurer Rolle und von euren Träumen vermitteln.

Der Zug ist (zum Glück) abgefahren.

Können wir uns also endlich wieder auf die wichtigen Dinge konzentrieren? Zum Beispiel wie wir unsere gar nicht mal so weit voneinander entfernten Träume und Wünsche in Einklang bringen und umsetzen können?

Und vor allem mit der Frage, wie wir Männer in diesem Sommer unser Löcher stopfen sollen …